Eine Utopie jenseits von Norm und Anti-Norm

In greller Tutti Frutti-Ästhetik inszeniert Angela Alves mit „NO LIMIT“ (Zoom-Premiere 16. Juni 2020 in den Sophiensælen) eine verdrehte Welt, in der Behinderte die normgebende Mehrheit bilden und Nicht-Behinderte unter Syndromen wie KNZR (Kommt nicht zur Ruhe) und KKG (Kennt keine Grenzen) leiden. Die Spielshow praktiziert Barrierefreiheit ohne uns pädagogisch zu belehren.

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Unterdrückung mit einem Liebesstoß austreiben.

„JUCK“ – etwas zwischen einem feierlichen Technoritual, einer Traumabefreiungstherapie und einer vollständigen Austreibung des Patriarchismus – ist mehr als eine kraftvolle und fein abgestimmte Performance. Die Arbeit, die auf den Tanztagen Berlin 2020 gezeigt wurde, ist eine Überlebensstrategie angesichts von Unterdrückungssystemen zur Gewährleistung von Gemeinschaft und Freude.

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Hände

Vier gehörlose Performer*innen, Steve Stymest, Jan Kress, Rita Mazza und Athina Lange, kreieren ein Musical – „Vier“ – und nutzen dafür den Reichtum und die Vielfalt der deutschen Gebärdensprache und Visual Vernacular, um die Musik von einer anderen Seite her zu „betreten“. „Vier – Ein visuelles Musical in Gebärdensprache“ feierte am 17. Dezember 2019 in den Sophiensælen Premiere.

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Überlebensgroß. Oder: nicht länger irgendwo.

Abschluss des Festivals Freischwimmer*innenThe Future is F*e*m*a*l*e* in den Sophiensælen: Jamila Johnson-Small alias Last Yearz Interesting Negro kreiert mit ihrem Stück „i ride in colour and soft focus, no longer anywhere“ poetische Bewegungs-Sound-Landschaften und meditative Abschweifungen, die Fragen nach dem Verbleiben der Körper nahelegen.

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Schäumendes Erdzeitalter

Mirjam Sögner entführt uns mit „Speaking Volumes“ in eine Welt verschiedener Materialität, in deren subtile Veränderungsprozesse und in eine entschleunigte Zeitlichkeit. Zwischen schwarzer Plane, fußballgroßen Steinen und sehr viel Schaum erkunden die drei Performer*innen Vorstellungswelten von Plattentektonik und artifiziellen Landschaften.

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Land in Sicht?

Gabi dan Droste und Martin Nachbar, die in Zukunft rund um das FELD am Winterfeldtplatz frisches Theater für junges Publikum zeigen, lassen eine altersgemischte Gruppe von Menschen auf einer einsamen Insel namens Theater stranden. „Zusammen Bauen“ – Ein Jetztzeit-Märchen mit ökologisch-ethischem Weitblick läuft vorerst an den Sophiensaelen.

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Spieltheorie

Miriam Gurtners „Skinned“, das Eröffnungsstück der Tanztage Berlin 2019, lässt Improvisation in streng abgestecktem Rahmen stattfinden und schafft so ein widersprüchliches, herausforderndes Werk, das jede zusammenhängende Interpretation Lügen straft. Intuition und Kunstfertigkeit verbindend stellt es sich eine schwierige Aufgabe, aber die Großzügigkeit, von der es durchdrungen ist, hält uns bei der Stange.

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Protest durch Bewegung – ein performatives Lexikon

Ist gewaltlose Rebellion durch körperliche Bewegung möglich? Das Performance-Duo Beatrice Fleischlin aus Zürich und Anja Meser aus Berlin präsentieren mit “I just wanna fucking dance oder Begeisterung und Protest” eine kritische Studie zu friedlichen Protestformen und stiften die Zuschauer*innen dabei frivol zum zivilen Ungehorsam an.

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