Weiterlesen „Alles Gute für Sie!“Zwanzig Minuten, unter der Regie von Judith Kuckart und Skoronel Reloaded, feierte am 2. bis 5. Juli und ein weiteres Mal am 8. und 9. Juli 2026 im Theater Thikwa Premiere. Die Mitwirkenden – Hannah Grzimek, Frank Herfeld, Torsten Holzapfel, Elise Neumann, André Nittel, Tim Petersen, Sabina Stücker, Estrella Urban und Hilarius Urban – sind ein gemischtes Ensemble von Performenden mit und ohne körperliche oder geistige Behinderung.
Kategorie: Allgemein
Bewegt, unprovoziert
Weiterlesen „Bewegt, unprovoziert“What’s a Mob to a King: Plot Twist Redemption von Liina Magnea als Premiere vom 12. bis 15 Juni 2026 im Rahmen des Never Work Festivals in den Sophiensælen Berlin.
Sing für mich. Immer.
Weiterlesen „Sing für mich. Immer.“Told by My Mother, Regie und Choreografie von Ali Chahrour, war am 6. und 7. Juni 2026 im HAU2 zu sehen. 2021 feierte Told by My Mother in Beirut Premiere. Es folgten viele Jahre internationale Tournee, und nun in Berlin das Finale mit den letzten Vorstellungen der Inszenierung.
Am Ball bleiben
Weiterlesen „Am Ball bleiben“Für ihre Zusammenarbeit in YORIDOKORO – Silent Anchor (4. – 6.6.2026, Dock11) haben Tänzerin und Filmemacherin Megumi Eda und Soundkünstlerin Reiko Yamada einen überraschenden gemeinsamen Nenner gefunden: Volleyball.
Synträumen
Weiterlesen „Synträumen“Thomas Hauerts Where is everybody? ist eine Koproduktion seiner Kompagnie ZOO und der von Tanzenden mit Behinderung gegründeten inklusiven flämischen Tanztruppe Platform K. Am 28. Mai 2026 war das Stück im Rahmen der Potsdamer Tanztage im T-Werk zu sehen.
Alles nur Zufall?
Weiterlesen „Alles nur Zufall?“Die 36. Potsdamer Tanztage starten mit Le Margherite von Erika Zueneli / Tant’ Amati und begeistern mit fragmentierten Raumkreationen. Das Stück feierte die Deutschlandpremiere am 26. Mai 2026, mit Zusatztermin am 27. Mai.
Durch den Wolf gedreht
Weiterlesen „Durch den Wolf gedreht“Raphael Moussa Hillebrands Stück Wolf, basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Saša Stanišić, wird in dieser Spielzeit am Theater an der Parkaue gezeigt – und zurecht mit Applaus gefeiert.
Herzenssache
Weiterlesen „Herzenssache“Am 8. und 9. Mai 2026 präsentierte das seit 2022 von Manuel Meza kuratierte Against the Grain Performance Festival im Theaterforum Kreuzberg sieben kurze Tanzprojekte.
Herzringe
Weiterlesen „Herzringe“In ihrem zarten Duett Whistle bringen der Choreograf Miguel Witzke Pereira und die Tänzerin Dasha Belous Praktiken des einfühlsamen körperlichen Zuhörens auf die Bühne. Ihr Stück war am 23. und 25. April 2026 im Ballhaus Ost zu sehen.
The Human Machine
Weiterlesen „The Human Machine“NOT (SO) HUMAN von Christine Saulut Bonansea kreiert eine dystopische Welt über KI und Augmentierung, begleitet von Luca Forcuccis Soundlandschaft und Riccardo Castagnolas Projektionen. Das Stück spielt vom 16. bis 19. April 2026 im DOCK 11.
Fülle meine Löcher
Between Heart and Hole, entworfen und performt von Iacopo Loliva, feierte vom 2. bis 4. April 2026 im Hošek Contemporary Deutschlandpremiere. Es ist eine Produktion über enttäuschte Liebe und die verlässliche Lust, die der Anus bietet.
Weiterlesen „Fülle meine Löcher“
Aus der Vorhölle. Ein Beschwerdebrief
Mit Goodbye Berlin (Premiere Oktober 2025, zu sehen in dieser Spielzeit an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz) scheint sich die Choreografin Constanza Macras nicht nur metaphorisch von Berlin zu verabschieden.
Weiterlesen „Aus der Vorhölle. Ein Beschwerdebrief“
Einsamer freier Vogel
Weiterlesen „Einsamer freier Vogel“
Nurejew, eine Choreografie von Yuri Possokhov, inszeniert für das Staatsballett Berlin von Kirill Serebrennikov mit Musik von Ilya Demutsky, feierte am 21. März 2026 in der Deutschen Oper Berlin Deutschlandpremiere.
Weiterlesen „Einsamer freier Vogel“
Widerstand überall
Weiterlesen „Widerstand überall“Als Teil des Abends Resist Resignation vom Kollektiv collapsetofraction wurden am 21. und 22. März 2026 im Theatre Pool Berlin die Stücke Revolt und Ohnmacht gezeigt, in denen wiederkehrende Anstrengung in Kämpfen gegen soziale Ungerechtigkeit verhandelt wird.
Optik, Taktik und Haptik im Kapitalozän
Alice Heyward und Juan Pablo Cámara im Gespräch über Homopticum von Juan Pablo Cámara mit Andrey Bogush, gezeigt am 6. und 7. März 2026 in den Sophiensælen.
Weiterlesen „Optik, Taktik und Haptik im Kapitalozän “
tanzschreiber goes TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND 2026
Vom 11.-15. März 2026 präsentiert HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste als Gastgeber der 17. Ausgabe der Tanzplattform Deutschland 2026 13 der bemerkenswertesten deutschen Tanzproduktionen der letzten zwei Jahre und bietet mit einem Rahmenprogramm Möglichkeiten zum Netzwerken, Diskutieren und Austauschen.
Weiterlesen „tanzschreiber goes TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND 2026“
Momentaufnahmen
Für die neue Arbeit for the time being (Premiere am 10.03.2026 im Radialsystem) haben Sasha Waltz & Guests mit Improvisationsprinzipien von Authentic Movement und Deep Listening gearbeitet.
Weiterlesen „Momentaufnahmen“
Neue Welten erkunden
Notturno – ital. „nächtlich“ – taucht in die Erinnerungen und Erzählungen von Komapatient*innen ein. Das Stück der Choreografin Veronika Riz spielt am 20. und 21. Februar in den Uferstudios.
Weiterlesen „Neue Welten erkunden“
Identitätspuzzle
OMÂ, eine „Autofiktion“ von und mit Roxana Küwen Arsalan war vom 17. bis 19. Februar 2026 in einer Wiederaufführung im Chamäleon Berlin zu sehen. Bei der letzten Vorstellung stand auch die Deaf Performerin Paulina Güllü auf der Bühne. Sie dolmetschte alle lautgesprochenen Worte in Deutsche Gebärdensprache (DGS).
Weiterlesen „Identitätspuzzle“
Hörübungen
Am 11.02.2026 teilten Studierende der Tanz- und Musikwissenschaft in der Akademie der Künste Ergebnisse ihrer gemeinsamen Recherche mit dem Künstler Pol Pi zur Idee des Zuhörens als bewusstem Akt der Verbindung.
Weiterlesen „Hörübungen“
Ein Tisch, ein Prozess, ein Witz
Gut gemacht! von und mit Antonia Baehr, Jule Flierl, Hermann Heisig und Claire Vivianne Sobottke ist eine Urteilskomödie, inszeniert als Prozess. Der komplexe Witz über die Entstehung und Bewertung von Kunst einst und jetzt war am 5. und 6. Februar 2026 im HAU2 zu sehen.
Weiterlesen „Ein Tisch, ein Prozess, ein Witz“
Im Land des Leids
I want revenge, grandma, komponiert und performt von Colleen Ndemeh Fitzgerald, war als Wiederaufführung am 17. und 18. Januar 2026 im Rahmen der 30. Tanztage Berlin in den Sophiensælen zu sehen. Das Stück thematisiert die Brutalität der europäischen Kolonialisierung Afrikas.
Weiterlesen „Im Land des Leids“Obstsalat à la Salome
Weiterlesen „Obstsalat à la Salome“
Bei der 30. Ausgabe der Tanztage Berlin (08.-24.01.2026) feierte das Stück the intimacy of collision der libanesischen Choreografin Dominique Tegho in den Sophiensælen Premiere. Ein Bericht über die zweite Aufführung am 18.01.2026.
Weiterlesen „Obstsalat à la Salome“
Wer ist schuld?
Witch Hunting von Anne Nguyen/Compagnie par Terre bietet einen gelungenen Start in das diesjährige PURPLE Tanzfestival und erzählt vom „anders“ gemacht Werden. Das Stück ist vom 17. bis 19. Januar im HAU1 zu sehen.
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Gemeingut
bottom up productions, ein Projekt von Julek Kreutzer und Felipe Fizkal, enthierarchisiert den zeitgenössischen Tanz. Für die Vorstellungen der Tanztage Berlin am 14. und 15. Januar 2026 in den Sophiensælen inszenierten Isabela Fernandes Santana (Choreografie) und Mariagiulia Serantoni (Tanz) O Que Resta do Fogo in einer Koproduktion mit BUP.
Weiterlesen „Gemeingut“
Anja Goette (1978 – 2025)
Ehemalige Ko-Leiterin des Tanzbüros Berlin |
Weiterlesen „Anja Goette (1978 – 2025)“
Nachruf
Wandelnde Wahrheit
A Scenario Of A System Off von Ixchel Mendoza Hernández prüft Wahrnehmung und Realität, tänzerisch sowie verbal. Das Stück ist vom 18. bis 21. Dezember 2025 im radialsystem zu sehen.
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Die Zeit entscheidet: Tanz als Übung oder Übung als getanztes Sujet
Sheena McGrandles Toil, in einer Erstaufführung zu sehen vom 3. bis 6. Dezember im HAU2, präsentiert Tanz als Körpertraining und disziplinierte Repetition im profanen Arbeitsmodus von Tänzer*innen.
Toil ist in erster Linie eine Komposition aus Schritten, Footwork aus der Ausbildung in diversen tänzerischen Schulen und Traditionen: Fußarbeit nach Cunningham, Tendus, Bun Kicks, Ball Changes, Chassés. Im Unterricht einstudierte und regelmäßig wiederholte Moves addieren sich über die Jahre und formen den*die Tänzer*in.
Fünf Freiberufler*innen bilden das Ensemble dieser Produktion; alle haben intensive und weit über reine Schrittarbeit hinausgehende Erfahrung in unterschiedlichen Tanztechniken. Ihre postmoderne und zeitgenössische Virtuosität gründet im bewussten Verlernen (Unlearning) der Kontrollmechanismen, die Teil der klassischen und modernen Tanztechniken sind, die sich zu Sheena McGrandles Toil fügen.
Einige Passagen demonstrieren den Wandel im Lauf der Zeit: Die Intensität der Beats lässt nach, die Tänzer*innen verlangsamen ihre Bewegung. Ihre Performance erinnert nun an die Wende in den frühen 2000er Jahren, als Körperarbeit zunehmend auf zustandsbasierte Affekte orientierte. Physisches Gewicht schwindet – durch den Raum und von einem Körper zum anderen; geometrische Formen lösen sich auf.
Doch im Zentrum von Toil steht die Fußarbeit, die Muster, die die Tänzer*innen frontal vor den Zuschauer*innen erzeugen, als wäre das Publikum der Spiegel im Atelier. Live Drums, gespielt von Steve Heather in Begleitung von Marta Forsberg an Violine und Electronics, liefern das explizite Gerüst, auf dem die Füße der Tänzer*innen Halt finden, entsprechend den Traditionen, die das Vokabular ihrer Bewegungen vorgeben. Die Zeit bestimmt sich entlang der Uhr, die das Leben steuert. Wir beugen uns dem Messinstrument. Die Tänzer*innen unterwerfen sich der dynamischen Herrschaft des Metronoms, sie halten zusammen, keine*r gibt auf. Wir erkennen die Endorphine, die im gemeinsamen Workout ausgeschüttet werden, und die Freude, die das Festhalten am vorgesehenen Prozedere bringt. Hier bestätigt sich die Feststellung, die die Choreografin Susan Rethort 2012 in ihrem Essay über die Alltäglichkeit der Übungspraxis traf: „Spaß und Disziplin sind kein Widerspruch.“
Toil assoziiert diese „Disziplin“ mit Arbeit, ebenso wie die Kostüme: Die Performer*innen tragen „Arbeitskleidung“ – Shorts und T-Shirts, mit großen Taschen. Doch weder „Arbeit“ noch die – auf sie verweisende – „Disziplin“ in und jenseits der Produktion müssen auf die erkennbaren Traditionen reduziert werden, die Toil eindeutig, sehr direkt und sehr konkret vermittelt. Selbst wenn sie für Spaß und Freude stehen. Wie und warum wir arbeiten (oder „gearbeitet“ werden) generiert die Funktion und Bedeutung eines Werks, oder das Fehlen derselben.
Hin und wieder lächeln die Künstler*innen auf der Bühne. Sie nicken einander zu oder grüßen Bekannte im Publikum. Sie sind Menschen mit einer eigenen Geschichte, Individuen, die sich in einer Gruppe zusammenfinden, sich gleichsam in ihre gemeinsame Vergangenheit fügen, verbunden nicht durch die Angst, die häufig das Training begleitet, sondern in Anerkennung von und Sehnsucht nach dem Können, das sie einst erwarben und auf das sie jetzt zurückgreifen. Dies hier ist ein Engagement. Das wissen wir. Wir sehen einen aktuellen Gig von Freelancern: Moves synchron zum Sound und anderen Performer*innen, die uralte Freude / Herausforderung des Bühnentanzes – Tanztraining im Ensemble, begleitet von energischen Beats, doch ohne die/den grausame*n, jede Regung überwachende*n Ballettlehrer*in, notorischer Auslöser traumatischer Erfahrung im Ballettsaal. Hier steuern die Tanzenden selbst, ihre Schritte zeichnen die Karte, ihr Rhythmus ist der Weg.
Es ist nett, Menschen in Bewegung zuzuschauen. Doch was will diese Show? Wo verortet sie Autor*innenschaft? Toil bestätigt etliche gängige Klischees über die Ausbildung von Tänzer*innen, und ich frage mich, trotz des Sinns für Spaß und Empathie im Team, wie diese Inszenierung die nicht-produktive Arbeit, die sie doch zeigen will, interpretiert – jenseits von Reiteration und Objektifizierung bekannter Routinen.
Übersetzung aus dem Englischen: Lilian Astrid Geese
Toil von Sheena McGrandles feierte vom 3.-6. Dezember 2026 Premiere am HAU2.
TANZALLIANZEN
Im Rahmen einer Netzwerkförderung des Fonds Darstellende Künste kooperiert das Tanzbüro Berlin im Jahr 2025 gemeinsam mit neun weiteren Tanzbüros/Tanznetzwerken im Projekt TanzAllianzen. Hier dokumentieren wir die Ergebnisse.
Weiterlesen „TANZALLIANZEN“
Zwischen Begehren und Zerstörung. Gemischte Gefühle
Seit vielen Jahren beschäftigen sich Manon Parent und Alma Palacios mit der Autorin, Schauspielerin und Widerstandskämpferin Goliarda Sapienza. Autobiography of Contradictions (5.-7.12.2025, Dock11) ist eine Hommage an sie.
Weiterlesen „Zwischen Begehren und Zerstörung. Gemischte Gefühle“
Der Preis der Schönheit
Showroomdummies #4, eine Inszenierung von Gisèle Vienne und Étienne Bideau-Rey, feierte am 5. Dezember 2025 im Haus der Berliner Festspiele Deutschlandpremiere. Das Stück hinterfragt auf verstörende Weise das Klischeebild der Frau aus Ostasien.
Grelles Licht erhellt die Bühne. Auch der Boden ist weiß. Alles wirkt makellos, sauber, rein. Im Raum verteilt stehen schwarze Stühle. Auf ihnen drapiert sind Schaufensterpuppen: Weiblich geformte Körper, überwiegend unbekleidet, die Haare über ihre Gesichter fallend. Showroomdummies sind Geschöpfe unserer Fantasie, Projektionen idealisierter, perfekt proportionierter Gestalten. Echten – menschlichen – Körpern ähneln sie nur selten.
Auch die sechs Perfomerinnen scheinen „Puppen“ in einem Verkaufsraum zu sein, ausgestellt für das Publikum. Ich beobachte sie, wie sie mühelos auf hohen Absätzen balancieren, die Beine glattrasiert, die schmalen Taillen betont durch sorgsam in schwarze Röckchen gestopfte weiße Blusen. Ihre Lippen sind rot geschminkt, und rot lackiert sind ihre Nägel. Ich sehe frische, gebügelte Shirts und seidiges Haar.
In ihrer überbetont weiblichen, grazil-graziösen, sexualisierten Gegenwart steigt Unbehagen in mir auf. Auch ich komme aus Ostasien, auch ich werde als Frau gelesen. Die meist weiß-zentrierte Gesellschaft, in der ich lebe, kategorisiert – und fetischisiert – mich permanent als „Asian girl.“ Die performenden Schönheiten auf der Bühne provozieren Kommentare und Projektionen, Erwartungen, Fantasievorstellungen von der „typischen Asiatin“, als die man mich seit Jahren wahrnimmt. Die scheinbare Verstärkung des Klischees von asiatischen Frauen für ein mehrheitlich weißes Publikum ärgert mich maßlos: Wie gern würde ich meine Wut herausschreien und um mich schlagen!
Die Atmosphäre ist spannungsgeladen: langsame Bewegungen, abrupte Wendungen, auf die langer Stillstand folgt, dröhnende Elektrobeats, die Angst machen. Die Darstellerinnen auf der Bühne beobachten sich genau. Sie agieren miteinander, auf geradezu grobe Weise: Sie tragen sich gegenseitig, sie werfen und schubsen sich, zerren einander herum. Niemand wehrt sich. Getanzte Soli liefern das Echo dieser krassen Manipulationen, als quasi körperliche Reminiszenz.
Alle scheinen gereizt, unter Strom, nervös, doch der Zusammenbruch bleibt aus. In der kollektiven Nervosität offenbaren sich mir unterdrückte Gefühle, die unter der Oberfläche schwelen, ohne dass sich ein Kontrollverlust abzeichnen würde. An der Bürde der stereotypen Vorstellung von der „Vorzeigeminderheit“, als welche Immigrant*innen aus Asien gern gesehen werden, tragen besonders schwer wir weiblich gelesenen Menschen; von uns erwarten sie Ruhe, Gelassenheit und Gehorsam. Derweil ersticke ich, die Zeugin dieser Selbstbeherrschung auf der Bühne, fast an den Erinnerungen, am Druck, den ich so gut kenne: Du musst immer lächeln, selbst wenn du dich nicht danach fühlst oder wütend bist.
Eine Performerin ragt aus der Menge. Gekleidet in einen gelben Oversize-Pulli steht sie da, größer als der Rest. Ihr fehlt die mühelose Grazie, die die anderen so „natürlich“ zu besitzen scheinen. Welche Rolle spielt sie wohl? – frage ich mich. Am Ende der Performance bekomme ich eine Antwort. In ihrer Choreografie unterscheidet sie sich nicht von den übrigen Performerinnen, doch sie ist die Einzige, die von Zeit zu Zeit lächelt. Alle anderen blicken ernst. Unverwandt. Zuletzt verschüttet sie eine schwarze, klebrige Flüssigkeit, gefährlich nahe am blütenweißen Shirt einer anderen, auf dem Boden liegenden Darstellerin, jedoch ohne auf dem Stoff Flecken zu hinterlassen. Alles bleibt sauber.
In der Schlussszene sehen wir drei Performerinnen mit weißen, fake-lächelnden Masken. Eine von ihnen trägt eine blonde Langhaarperücke. Beim Verlassen des Theaters belausche ich zwei weiße Zuschauer*innen im Gespräch über das Stück. Es fallen die Worte „emotional“ und „verletzlich“, und ich frage mich, wessen Emotion und Verletzlichkeit hier wem zum abendlichen Konsum präsentiert wurde.
Übersetzung aus dem Englischen: Lilian Astrid Geese
Kreaturen der Finsternis
Weiterlesen „Kreaturen der Finsternis“Wunderkammer, eine Choreografie von Marcos Morau mit Musik von Clara Aguilar und Ben Meerwein, feierte am 31. Oktober 2025 in der Komischen Oper Berlin Premiere. In faszinierenden Tanzszenen, als Dynamit auf der Bühne, wirbelte das Staatsballett Berlin sein Publikum durch einen düsteren Science-Fiction-Traum. Die Produktion ist noch bis zum 23. April 2026 auf dem Spielplan.
Hoffnungszeichen an der Hasenheide
Institution der Zukunft: Zur Eröffnung des Jungen Tanzhauses Berlin
Weiterlesen „Hoffnungszeichen an der Hasenheide“
Berlin als queeres Zuhause?
Das Queer Performance Festival findet vom 12.-16. November statt. Stimmen aus der queeren Community berichten in diesem Artikel über Homecoming – The Grand Showcase, das am 15. November das Theater im Delphi belebt.
Weiterlesen „Berlin als queeres Zuhause?“
Mit allen Wassern gewaschen
Mit der Soloperformance DJAM LEELII, a Necroromantic (5.-9.11.2025, Sophiensæle) hat Djibril Sall ein Ritual geschaffen, das die Erinnerungen des Ozeans an all jene beschwört, die in seinen Fluten zu Tode gekommen sind.
Weiterlesen „Mit allen Wassern gewaschen“
Allem voran bin ich Mann
Weiterlesen „Allem voran bin ich Mann“
The Brotherhood ist Carolina Bianchis und Cara de Cavalos zweiter Teil der Trilogie Cadela Força, nuanciert, verletzlich und stark zugleich. Das Stück über das Patriarchat hinter sexueller Gewalt ist im HAU, vom 30. Oktober bis 1. November zu erleben.
Weiterlesen „Allem voran bin ich Mann“
Pas de deux der Zärtlichkeit und Härte
SLEEPWALKING BALLAD ist eine Choreografie von Symbolic Movement Choir und feierte am 09.10.2025 im Pfefferberg Theater Premiere.
Weiterlesen „Pas de deux der Zärtlichkeit und Härte“
Eine totalitäre kinetische Maschine
la nef des fols (2024) von cie. toula limnaios kehrte vom 24. September bis zum 4. Oktober für ein „Heimspiel“ in ihre HALLE Tanzbühne Berlin zurück. Das Stück thematisiert die altbekannte Spannung zwischen System und Delirium.
Weiterlesen „Eine totalitäre kinetische Maschine“
„Bitte machen Sie mein Bett nicht“*
Weiterlesen „„Bitte machen Sie mein Bett nicht“*“
Um das Bettfaltenlesen geht es in magicians in bed. Im Rahmen des Festivals Unrenewable Energies (15.9. – 17.10.2025, Uferstudios) führte Jeanne Eschert in eine Praxis ein, die sonst zu Hause stattfindet, meist bei Menschen, die ihre Betten nur selten verlassen.
Weiterlesen „„Bitte machen Sie mein Bett nicht“*“
Flach, aber prall
Mit dem farbenfrohen Spektakel zu Chirurgie, Pflege und Affirmation MASTEKTOMIE. Ein bittersüßes Abschiedslied, kehrte CHICKS* freies performancekollektiv vom 26. bis 29. September zurück in die Sophiensæle.
Weiterlesen „Flach, aber prall“
Traurige Happy Hour
Unter der Regie und Choreografie von Tomi Paasonen feierte Happy Hour am 25. Mai 2025 im Dock 11 Premiere. In einem Mix aus Ballett, Contemporary Dance und Drag reflektiert Queer Church of Ballet die Idee vom Glück.
Weiterlesen „Traurige Happy Hour “
Material Girl & Fußabdrücke
Weiterlesen „Material Girl & Fußabdrücke“Vom 10. bis 14. September 2025 fand die diesjährige Tanznacht Berlin unter dem Titel „Vocal Affairs“ statt. Kuratiert wurde das Festival von Mila Pavićević und Felicitas Zeeden und zeigte eine breite Auswahl an Formaten und feministischen Stimmen.
Marielle Presente! …Menschsein wird überschätzt
Vom 5. bis 13. September war Dock 11 Spielort des PLATAFORMA BERLIN FESTIVAL. BIPoC/Latinx Kunstschaffende thematisierten in ihren Projekten geopolitische Fragen und deren Bedeutung im Kontext des aktuellen und zukünftigen Zustands der Menschheit.
Weiterlesen „Marielle Presente! …Menschsein wird überschätzt“
Sie kommen, um zu stehlen
Some Thing Folk von Ligia Lewis und der Cullberg Company feierte am 28.08.2025 im Rahmen von Tanz im August im HAU 1 Premiere.
Weiterlesen „Sie kommen, um zu stehlen“
Symmetrische Kreaturen in sanfter Bewegung
J Neve Harringtons Projekt Screensaver Series: Sleeper Softwares handelt von Zugang und Neurodivergenz. Tanz im August präsentierte das Stück als Deutschlandpremiere in einer Neufassung vom 27. bis 29. August 2025 in der St. Elisabeth Kirche. Am 29. August vormittags leitete Harrington einen Workshop für an Tanz und Bewegung interessierte, neurodivergente Menschen mit dem Titel Gerüst und Verzierung.
Weiterlesen „Symmetrische Kreaturen in sanfter Bewegung“
Ausgespuckt
Das SUBMERGE Festival 2025 der Lake Studios präsentierte Workshops und Performances, in denen die eingeladenen Kunstschaffenden Einblick in ihre Praxis und Projekte boten. Siegmar Zacharias zeigte I don’t want to swallow anymore am 16. August.
Weiterlesen „Ausgespuckt“
Auf eine (imaginäre) Zigarette
Im Rahmen von Tanz im August feierte am 15.08.2025 Tournament (dt.: Turnier, Ritterspiel), eine Zusammenarbeit zwischen Choreograf Adam Linder, Komponist Ethan Braun und dem Solistenensemble Kaleidoskop, Premiere – eine theatrale Symbolschlacht.
Weiterlesen „Auf eine (imaginäre) Zigarette“
Komposition als Erklärung
Reflektionen und nuancierte Portraits von Geschichte und Altern begleiteten die Reinszenierung von zwei Lucinda Childs‘ Produktionen aus den 1960er und 1970er Jahren sowie einer aktuellen Auftragsarbeit, die Dance on Ensemble vom 24. bis 27. Juli im Radialsystem zeigte.
Weiterlesen „Komposition als Erklärung“
Volle Leere
Taw’am, „Zwilling“ auf Arabisch, erkundet die Trauer der künstlerischen Leiterin und Performerin Jouana Samia nach dem Tod ihres Zwillingsbruders. Die Inszenierung feierte am 10. Juli 2025 in den Uferstudios Berlin Premiere.
Weiterlesen „Volle Leere“
Schaaaaaah (…) fffffffff mmhh
Vom 8. bis 13. Juli 2025 zeigen Angela Vitovec aka Angela Schubot und ein gemischtes Ensemble aus Performer*innen vom Theater Thikwa und aus der freien Tanzszene erneut Ya!, eine Performance, die 2024 in Kollaboration mit Schafgarbe entstand.
Weiterlesen „Schaaaaaah (…) fffffffff mmhh“
Ein eindrückliches Plädoyer für Klimagerechtigkeit in der Deutschen Oper
Weiterlesen „Ein eindrückliches Plädoyer für Klimagerechtigkeit in der Deutschen Oper“Mit dem Dreiteiler Figures in Extinction feiert das Nederlands Dans Theater & Complicité die Deutschlandpremiere am 4. Juli 2025 in der Deutschen Oper Berlin. Das ergreifende Stück über Klimawandel, Empathie und Tod war bis zum 6. Juli zu sehen.
Spieglein Spieglein an der Wand, hab ich die Wahrheit in der Hand?
In Portrait Performance reflektiert Ashley Temba das Bild, das sich andere von ihm machen und wie ihre Ideen seine Selbstwahrnehmung beeinflussen. Sein Solo feierte am 5. Juli Premiere im Ballhaus Naunynstraße Premiere und war dort bis zum 8. Juli 2025 zu sehen.
Weiterlesen „Spieglein Spieglein an der Wand, hab ich die Wahrheit in der Hand?“
Teig, Stein, Sturm
Studies on Infinity #3 – Caravaggio, zu sehen am 27. und 28. Juni beim Wiesenburg Sommerfest.ival 2025. Inspiriert vom tiefen Naturalismus des Barockmalers fügt Isabelle Schads Inszenierung kollektives Körperbewusstsein in Dramenzyklen, die ohne Höhepunkt oder Auflösung auskommen.
Weiterlesen „Teig, Stein, Sturm“
Ein Kleid in den Farben der Zeit
Mit Aurora und im Spiel des sich erhellenden Lichts begegnete Lina Gómez’s Tanz den Klängen von Alejandra Cárdenas (Ale Hop) und Bruno Pocheron beim soundance festival berlin 2025 am 22. Juni im DOCK 11.
Weiterlesen „Ein Kleid in den Farben der Zeit“
Träume von Wasser
Das Offene Studio mit Julie Peters und Kata Kwiatkowska fand im ada Studio am 20. Juni 2025 statt. Die Reihe reinkommen des ada Studios ermöglicht Nachwuchskünstler*innen in ihre Arbeit einzutauchen und sie zu teilen.
Weiterlesen „Träume von Wasser“
Waschmaschine des Lebens
Fil Rouge, eine Choreografie und Performance von Rossella Canciello, Paolo Cingolani, Ivaylo Dimitrov, Susanna Grob, Annukka Hirvonen, Anni Lattunen und Jonas Marx, entstand 2023/2024 während ihrer künstlerischen Residenzen in Berlin und Italien und war am 20. Juni 2025 im DOCK 11 beim the soundance festival berlin zu sehen.
Weiterlesen „Waschmaschine des Lebens“
Körper Arbeit Verstehen
An drei Abenden (12.-13.06.2025) präsentieren sechs Studierende des MA Solo Dance and Authorship (SoDA) am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz ihre laufenden Rechercheprojekte. Zwei dieser Präsentationen reflektiert dieser Artikel.
Weiterlesen „Körper Arbeit Verstehen“