Möchten Sie ein Monster sehen?

Am 9. und 10. Oktober 2021 wurde in der Berlinischen Galerie das Projekt „We are not monsters – Edition: Berlinische Galerie“ in der Produktion von Saša Asentić & Collaborators aufgeführt. Künstler*innen mit und ohne Behinderung der Künstlergruppen Per.Art aus Novi Sad (Serbien) und Tanzerei aus Berlin untersuchen die Relation zwischen Besucher*innen und den Kunstobjekten im Museum. Im Fokus der Inszenierung, die auf einer Idee des Künstlers Dalibor Šandor basiert, steht die Frage nach dem Umgang mit Menschen, die körperlich und geistig anders sind bzw. von der „Norm“ abweichen.

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Zustände der Freude am ICC

Im Rahmen der von den Berliner Festspielen kuratierten 10-tägigen Ausstellungen unter dem Titel The Sun Machine Is Coming Down im Internationalen Congress Centrum (ICC) präsentiert der Choreograf Tino Sehgal „This Joy“, eine beeindruckende Stimm-und-Bewegungs-Arbeit, in welcher die Leichtigkeit der Partitur von acht Performer*innen brillant umgesetzt wird.

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Ein choreografisches Gesamtkunstwerk

Am 01.10.2021 wurde in der Blackbox der Akademie der Künste am Pariser Platz das Projekt „Wassily Kandinsky: Über die Mauer“ von Arila Siegert uraufgeführt. Als renommierte Expertin für die Bauhausbühne, inszeniert Siegert gemeinsam mit der Künstlergruppe Violett die Bühnenkomposition „Über die Mauer“, die der Maler Wassily Kandinsky 1913/1914 kreierte. 

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Zärtliche Utopien spekulativer Fortpflanzung

Das queer-feministische Musical „DAWN: A Musical on Reproduction“ beschäftigt sich aus unterschiedlichsten Perspektiven mit Fragen nach Mutter- und Elternschaft. Gemeinsam mit ihrem temporären Kollektiv spekuliert Sheena McGrandles darüber, wie wir das Konzept einer „natürlichen“ weiblichen Reproduktivität und heterosexuellen Elternschaft hinter uns lassen können.

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Ohne Zweifel

Mit „Hypothetic Bodies“ legen Simone Gisela Weber und Julia Keren Turbahn eine beeindruckende Arbeit vor. Aufgrund der pandemischen Situation entstand in Zusammenarbeit mit der Filmemacherin Svenja Simone Schulte eine aufwendig produzierte Filmversion des Bühnenstücks, die noch bis zum 26. September 2021 als Video on Demand zu sehen ist.

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Choreografische Himmelsachsen

Im Rahmen der Offensive Tanz für junges Publikum Berlin und als Produktion des Theaters o.N. wurde am 16. September 2021 in der Tanzhalle Wiesenburg das neue Tanzstück „Harvest“ von Isabelle Schad uraufgeführt. In einer fantasiereichen Inszenierung spielen die Choreografin, drei Tänzer*innen und ein Musiker mit wechselnden Landschaften, die sich aus der Interaktion mit Stöcken und Zweigen entfalten.  

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Übermenschliche Humans

Als eine Art Company in Residenz ist die australische Truppe Circa Contemporary Circus für vier Monate am Chamäleon Theater in Berlin-Mitte zu Gast. Das Stück „Humans“ von Yaron Lifschitz, mit dem Ensemble kreiert, seit Anfang September und noch bis zum 30. Oktober 2021 zu sehen, bildet den eindrucksvollen Auftakt zu einem vielseitigen Repertoire des zeitgenössischen Zirkus.

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Alle guten Dinge sind frei

Zur Eröffnung des internationalen Lab „Working together – working apart“, das die Praxis performativer Formate nach den Lockdowns neu erprobt, wurde im FELD Theater für junges Publikum am 30. August 2021 ein Screening der philosophischen Tanzperformance „DINGE DINGEN“ gezeigt. In ihrer filmischen Adaption entspinnen Jan Rozman und Julia Keren Turbahn sieben Wahrnehmungs-Universen der besonderen Art. Am 2. September wird das Screening open air wiederholt. Ein Stück für alle Kinder und Erwachsenen, die auch als Zuschauende gerne ihr eigenes Ding machen.

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Tanz im August 2021 Talkabout #2

Für den zweiten Teil ihres Tanz im August „talkabouts“ besuchten Eli Frasson und Evgeny Borisenko die Weltpremiere von Thiago Granatos „The Sound They Make When No One Listens“ am 19. August 2021 in den Sophiensælen. Im Anschluss an die Vorstellung saßen sie gemeinsam im gemauerten Innenhof der Sophiensæle und diskutierten über die Performance, welche die verschiedenen Facetten und politischen Konnotationen des Zuhörens untersucht. Am Tag darauf, dem 20. August, gingen Eli und Evgeny zum Lilli-Hennoch-Sportplatz, um der Weltpremiere von Milla Koistinens „Breathe“ beizuwohnen, bei der sie mit zwei riesigen, bunten aufblasbaren Stoffen und dem Publikum auf dem Fußballplatz spielte. Nach der Vorstellung fanden Eli und Evgeny einen gemütlichen Platz in der Nähe der Ruine des Anhalter Bahnhofs, wo sie sich zusammensetzten und über die Vorstellung sprachen.

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Tanzkörper zwischen Geisterbeschwörung und Live-Stream

Im Rahmen der 33. Ausgabe des Festivals Tanz im August wurde vom 12. bis 15. August 2021 die Performance „Postcolonial Spirits“ von Choy Ka Fai im HAU1 uraufgeführt. Das Projekt ermöglicht einen multimedialen, dokumentarischen Einblick in den indonesischen Tanz Dolalak, dessen Heimat die Insel Java ist. Zusätzlich zur Performance wird vom 6. bis 22. August die Ausstellung „CosmicWanderer: Expedition“ im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst präsentiert. Die Ausstellung zeigt die anthropologische Reise, die Choy Kai Fai auf seiner Suche nach Schamanen und übernatürlichen Tänzen in Sibirien unternommen hat.   

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Choreografische Konstellationen der Endzeit

Das Projekt „Aeon II“ von Sandra Man und Moritz Majce wurde vom 5. bis 12. August 2021 in Form einer Live-Installation aufgeführt. Auf einer Brache in der Landsberger Allee im Osten Berlins (neben dem Möbelgeschäft Höffner) inszeniert das Künstlerduo ein poetisch-choreografisches Ereignis, welches intensive Körper- und Raumwahrnehmung zum Ausdruck bringt.

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Sich seiner selbst im Supermarkt vergewissern

Im Rahmen des Festivals Tanz im August präsentierte Constanza Macras am 13. und 14. August 2021 in den Gärten der Welt in Berlin-Marzahn „Stages of Crisis“. Nachdem die Arbeit im Mai 2021 bereits als Livestream auf dem Online-Kanal HAU4 gezeigt wurde, konnte das neue Stück ihrer Company DorkyPark nun eine Bühnenpremiere vor Publikum feiern.

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Beseelte Zwischenräume

In „Körper und Seele, oder: Draußen bei den Innereien“ verhandelt Käthe Kopf ihre Perspektiven als Choreografin, Autorin und Ärztin. Das Online-Glossar zeigt auf der eigens entstandenen Webseite in kurzen filmischen Sequenzen eine poetische und kluge Annäherung an die Dimensionen der Seele.

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Performing Memory

Wie kann man ein Archiv performen? Wie kann ein Rechercheprozess auf der Bühne dargestellt werden, ohne dass das Ergebnis langweilig und didaktisch wirkt? Wie kann ein Tanz über eine Arbeit entwickelt werden, die vor mehr als 40 Jahren uraufgeführt wurde? In „Try Leather“ erforschen Britta Wirthmüller, William Locke Wheeler und Justine A. Chambers die politischen und performativen Aspekte des gleichnamigen Solos aus dem Jahr 1975 der kanadischen Künstlerin und Aktivistin Margaret Dragu. Wirthmüller und Wheeler wählen jeden Abend ein Dutzend verschiedener Archivaufnahmen und Schlüsselwörter aus und bieten ihre persönliche Sicht auf Dragus Arbeit und Leben in einer Performance, die Tanz, gesprochenes Wort und Audiofragmente kombiniert.

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Der Humor des Scheiterns

Im Rahmen der Potsdamer Tanztage 2021 wurde am 24. Juni das akrobatische Solo “La Fuite” im Brandenburgischen Landemuseum für moderne Kunst in Cottbus open air aufgeführt. Das Stück der Pariser Künstler Olivier Meyrou und Matias Pilet erfindet den Charme vom Slapstick-Komik der Stummfilme für die Zirkusbühne neu – bis zum 27. Juni in Potsdam zu erleben.

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Der Weg nach draußen

Mit „Pieces and Elements“ (Fragment #1) und der Vorpremiere von „FUR“ präsentiert Isabelle Schad vom 17.-19. Juni 2021 einen Doppelabend unter freiem Himmel im Charlottenburger Globe Theater. Als eine der ersten Liveperformances ist die Double Bill für die Künstler*innen und Zuschauenden ein kleines Highlight.

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Körper, die aus der Geschichte gefallen sind

Das Tanzstück „Still Not Still” von Ligia Lewis, das im April 2021 für das HAU1 geplant war, wurde am 11. Juni vorerst als Film (in Kollaboration mit dem Filmregisseur Moritz Freudenberg) präsentiert und auf Vimeo veröffentlicht. Im Fokus der Arbeit stehen affektive Körperinszenierungen, die mit viel Humor die Ausschlussmechanismen kolonialer und neoliberaler Strukturen zum Ausdruck bringen. 

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Mysteriöses Tanzobjekt vor der Zionskirche

Im Rahmen des soundance festival berlin wurde am 11. Juni 2021 das Tanzprojekt „ZWINK“ von Katrin Schafitel vor der Zionskirche im Prenzlauer Berg uraufgeführt. Strukturiert als improvisierte Begegnung zwischen Tanz und Musik (Katrin Vogel), ereignet sich die Choreografie in Form eines interaktiven Spaziergangs, der das Publikum in Bewegung setzt und den öffentlichen Raum aktiviert.   

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Kollektive Klangkörper

In Kooperation mit FFT Düsseldorf und den Sophiensælen Berlin fand am 25. Mai 2021 die erste Ausgabe von Siegmar Zacharias „Waves – Listening Sessions Towards Social Bodies“ statt. Die auditive Installation wurde in Form einer Audio-Datei per Zoom an das Publikum vermittelt und das Hörerlebnis wurde im Anschluss gemeinsam mit der Künstlerin diskutiert. 

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Ab auf die Hantelbank

In „Being Pink Ain’t Easy” arrangiert Joana Tischkau genüsslich Gesten und Habitus einer dem US-Rap entnommenen, überzeichneten Maskulinität. Im Rahmen des diesjährigen Performing Arts Festival Berlin – und noch bis zum 3. Juni 2021 online zu sehen – zeigen die Sophiensæle das gelungene filmische Produkt der einstigen Liveperformance, die über das Zitieren Schwarzer Kultur und mittels bewusster Brüche weiße Männlichkeit verhandelt.

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Fortwährende Bewegungsmaschine

Jasmin İhraçs jüngste Arbeit „liú“ feierte am 15. März 2021 Premiere und wurde vom 26. bis 29. Mai im Rahmen des Performing Arts Festival Berlin 2021 auf der digitalen Plattform HAU4 gezeigt. In ihrer feinfühligen Erkundung von Zyklen und Rhythmen der Natur und des menschlichen Lebens vermeidet İhraç anmaßende Behauptungen und Erklärungen und lässt das Publikum mit dem Wunder der unendlichen Zeitschleife konfrontiert. Diese gelassene und ruhige Performance verleitete mich dazu, diese Bilder und meine Gedanken Minute für Minute zu protokollieren.

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Spurensicherung als Reanimation des Zusammenseins

Unter dem Titel „Disruptive Constellations – Practices of Reinterpretation“ fand am 18. Mai 2021 der Auftakt zur Valeska-Gert-Gastprofessur von Anne Collod am Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin statt. Das Eröffnungspanel mit Gabriele Brandstetter, Virve Sutinen und Nele Hertling wurde auf der Webseite der Akademie der Künste veröffentlicht und ist weiterhin online abrufbar. Im Rahmen der Veranstaltung reflektierte die französische Choreografin Anne Collod über die Auseinandersetzung mit Erinnerung, Notationen und Tanzarchiven, aus denen ihre künstlerischen Projekte hervorgehen.     

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Vertrauen in den Prozess

Das A.PART-Festival schafft Begegnungen zwischen Berliner Tanz-Studierenden und Alumni. Unter dem diesjährigen Festivalmotto PATCH//WORK haben sich zwölf eingeladene Künstler*innen in Tandems durch einen kreativen Prozess bewegt und gegenseitig begleitet. Für uns als Publikum formt sich das Festival des ada Studios vor allem auf einem Online Blog.

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Sichtbarkeit und Solidarität

Als Online-Veranstaltung des Berliner Ringtheaters gab das Asian Performing Artists Lab (APAL) am 9. Mai 2021 Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte von Künstler*innen mit asiatischem Hintergrund. Organisiert und gemeinsam kuratiert wurde die zweite Ausgabe des APAL mit dem Titel „AmnAsia: Amnesia of Asia“ von Ming Poon und Frederika Tsai.

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An alle (Open Air) Parties von Morgen

„The Dying Swans Project“, konzipiert von Eric Gauthier und produziert von Gauthier Dance / Dance Company Theaterhaus Stuttgart, ist ein Screendance-Projekt mit internationalen Choreograf*innen, welches während des zweiten Pandemiewinters entstand. Die in Berlin lebende Choreografin Constanza Macras zeigt in ihrer Videoarbeit „all tomorrow’s parties“ eine faszinierende Perspektive auf einen Post-Party-Zustand als Erwachen aus der Covid-19-Zeit. Einen anderen Blickwinkel liefern Meg Stuart und Damaged Goods durch ein poetisches und berührendes Screendance-Werk für das Haus der Kulturen der Welt.

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Wir werden nicht Teil dieses Verbrechens sein

In der Arbeit „Die Chöre des Spekulativen“, die vom 23. bis 25. April 2021 als Livestream präsentiert wurde, widmet sich der Theaterregisseur Sebastian Blasius der Gestalt und Funktion des antiken Chores, den Etappen seiner Auflösung und Möglichkeiten seiner Reinszenierung. Die Szene im Heizhaus der Uferstudios (Berlin) transformiert den leeren Raum in ein reflexiv-atmosphärisches Spiel, das sich zwischen Choreografie, Sprache und Installation ereignet. 

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Das Nachleben des Tanzes

Am 23. April wurde im Georg Kolbe Museum in Berlin-Westend mit einer Preview für Fachpublikum und Journalist*innen die Ausstellung „Der absolute Tanz. Tänzerinnen der Weimarer Republik“ (April bis August 2021) ins Leben gerufen. Kuratiert von Dr. Julia Wallner und Brygida Ochaim, korrespondiert die Ausstellung mit der szenografischen Gestaltung und der Arbeit „Blaue und Gelbe Schatten“ von Ulla von Brandenburg.

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Alleinsein, eine Collage

Die Corona-Pandemie verschaffte einigen Menschen mehr Zeit, um allein zu sein. Manchmal kann das bedeuten, ohne äußere Ablenkungen Zeit mit sich selbst zu verbringen. Inky Lee, die allein lebt, gehört zu diesen Menschen. Eines Abends, sitzt sie ruhig in diesem Zustand und beobachtet, wie sich ihr Inneres bewegt.

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Wie wär´s mit einem Time-Warp-Dance?

Mitten in der zweiten Welle und kurz vor Jahresende und dem Ende meiner Zeit beim tanzschreiber möchte ich ein paar Gedanken zum Thema Tanz/Darstellende Künste in Zeiten der erzwungenen Digitalisierung festhalten. Je länger wir im Lockdown zuhause sitzen, desto gravierender werden die Folgen sein. Positiv war, dass uns allen die Augen geöffnet wurden, dass es möglich ist, Menschen an den verschiedensten Orten der Welt zusammenzubringen, und dass gefordert wurde, Tanzkonzepte neu zu überdenken. Negativ ist, dass wir alle uns nach Berührungen oder einem stabilen (wirtschaftlichem/Arbeits-) Umfeld sehnen. Ich möchte mich nun etwas genauer mit drei Elementen der Tanzproduktion beschäftigen – Konzeption, Ästhetik und Realisierung – und eine Art Sprung in die Zukunft des Tanzes und der Tanzpädagogik wagen.

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„Wozu Kritik?“ – Digitale Debatte, Panel I

In drei digitalen Panels diskutieren Kulturjournalist*innen, Dramaturg*innen, Philosoph*innen und Medienmacher*innen den Stand der Kritik und den Kulturjournalismus der Zukunft. Hier geht es zur ersten Folge: Bauchschmerzen und Schreiblust: Was wird aus der Rezension? mit Christiane Lutz, Esther Boldt, Pablo Larios und Janis El-Bira

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Spuren lesen – Peter Pleyer im Interview

Nicht nur als Tänzer und Choreograf, sondern auch als Dramaturg, Dozent und Leiter der Tanztage in den Sophiensælen (2007-2014) ist Peter Pleyer seit 20 Jahren beobachtender Teilnehmer der Tanzszene in Berlin. Hier erzählt er von seiner eigenen Vergangenheit, der Gegenwart mit COVID-19 und der nahen Zukunft einer sinnvolleren und effektiveren Vernetzung des ebenso vielfältigen wie prekären zeitgenössischen Tanzes in Berlin.

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Die Gespenster von Mark Fisher

Das neue Stück der Company Christoph Winkler “It’s All Forgotten Now” widmet sich dem Gedankenerbe des verstorbenen britischen Poptheoretikers Mark Fisher. Pandemiebedingt wurde das Stück – von Winkler als performatives Mixtape bezeichnet – nicht vor Publikum aufgeführt, sondern in den Sophiensælen als Film aufgezeichnet, der noch bis zum 29. November 2020 online zu sehen ist.

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Aufmerken, bemerken

Die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe Montag Modus lädt – zum ersten Mal online – dazu ein, die Wahrnehmung für unsere Innen- und Außenwelt zu schärfen. Zwei der über mehrere Tage verteilten vier Veranstaltungen – die Arbeiten von Siegmar Zacharias sowie von Christina Ciupke und Darko Dragičević – werden hier beschrieben.

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In der Stille bewegt sich etwas weiter: über die Bedeutung von Residenzprogrammen im Tanz

Ob wir es erwartet haben oder nicht, ob wir das Geschehen und die Gefühle der ersten Welle verarbeitet haben oder nicht, der zweite (Teil-)Lockdown hat uns in eine ähnliche Situation wie im März zurückversetzt, als wir – Annette, Jette und ich – gerade begonnen hatten, für das tanzschreiber-Portal über das Berliner Tanzgeschehen zu berichten. Es sind intensive Monate gewesen, in denen wir unsere Tanzneugier hauptsächlich mittels Online-Formaten gestillt haben, während, wie wir alle wissen, Tanz doch die meist physische Kunstform par excellence ist (für die Künstler*innen aber auch die Zuschauenden). So haben wir versucht, uns mit Fragen über die Praxis, „wie, wo, woran und mit wem können Tänzer*innen und Choreograf*innen derzeit arbeiten?”, und über den*die Empfänger und insbesondere „worüber sollen Kulturjournalist*innen berichten” zu befassen. Dann kam die Lockerung im Sommer, und jetzt sind wir ‚back to square one‘. Wir wissen aber, anders als vorher, was uns erwartet. Einigen Künstler*innen fällt (auch da ihre Arbeiten sich besser für Online-Adaptionen eignen) das Umdenken leichter, anderen leider nicht. Es ist ein Gefühl von Wut, was ich manchmal in der Stadt spüre: die stumpfe, traurige Wut eingeschlossener Tiere und die (zum Glück seltenere) existentielle Wut derer, die nicht wissen, wie sie über die Runden kommen sollen (wenn Ihr dazu in der Lage seid, unterstützt bitte Eure Mitmenschen!). Und wie beim ersten Lockdown bewegt sich etwas in der Scheinstille der geschlossenen Aufführungsorte. 

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Verschleierte Bewegungen

Rhea Ramjohn* reflektiert über die metaphorischen und materiellen Masken, die unsere alltäglichen Bewegungen und Interaktionen prägen. Die „Performance“, im Rahmen der Covid-19-Pandemie füreinander Platz zu schaffen und einander Raum zu geben, betont Distanzierung und hat dabei offengelegt, was viele marginalisierte Menschen seit Langem als Pandemie des Otherings kennen.

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Sie sind nicht eingeladen

Kate Brehme* von Berlinklusion reflektiert über You Are Not Invited, eine Protestaktion der Gruppe im Haus der Statistik im Jahr 2019. Mit dieser „Nicht-Ausstellung“ – eine Ausstellung, zu der niemand eingeladen wurde – untersuchte Berlinklusion das Verhältnis zwischen Gentrifizierung, der temporären Nutzung von Räumen, die nicht vornehmlich Kunsträume sind, für kulturelle Zwecke und den neoliberalen Strukturen, die unzugängliche Arbeitsbedingungen für Kunstschaffende in Berlin aufrechterhalten.

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Emotionale Teilhabe

Emmilou Rößlings „The Fraternity“, das im Rahmen von OPEN SPACES – How to get in Touch with… vom 22. bis 24. Oktober 2020 in der Tanzfabrik Berlin gezeigt wird, wirkt auf den ersten Blick wie eine Recherche zum Thema weibliches Zusammensein. Subtiler steht zudem etwas im Vordergrund, das Gespürtes und Filzstoff verbindet.

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Wir müssen lernen, die Verleugnung zu reparieren: Inverse Landschaften, Aktionen auf den Straßen, gestohlene Leben

Rezension verfasst von Pêdra Costa.*

Am 11. September 2020 besuchte ich „Inverted Landscapes“, eine Performance unter der Regie von André e. Teodósio (Teatro Praga) aus Lissabon, mit den Performer*innen Ana Tang, Aurora Pinho und Paulo Pascoal. Die Performance wurde im Kunstraum Botschaft / Instituto Camões Berlim präsentiert. Sie begann im Innenraum mit einer Ausstellung von Teodósio und Bruno Bogarim und bewegte sich dann hinaus auf die Straße. 

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Brutal und klinisch

Wie kann man Gesten und Bewegungen einer bestimmten Art historisch untersuchen? Die Flüchtigkeit des Körpers in Bewegung hinterlässt nur Spuren. Im Fall eines Fabrikarbeiters sind sie in den von ihm produzierten Objekten zu finden. “An Historical Tracing and Reproduction of the Motion between the Human Body and Industrial Artifacts” von I Jung Lim, noch bis zum 18. Oktober 2020 im Kunstquartier Bethanien zu sehen, sucht nach einer Antwort dazu.

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Inspiration durch Begrenzungen

Als eine der wenigen deutschen Kompanien mit einem eigenen, festen Sitz und fest angestellten Tänzer*innen hat die cie. toula limnaios eine besondere Stelle in der Tanzlandschaft. Vor den Konsequenzen der Pandemie ist auch sie nicht geschont, lässt sich aber davon ganz neue Wege zeigen. Ihre aktuelle Produktion “tell me a better story”, eine Reihe von Solo- und Duostücken an zwei Abenden, macht die momentanen Einschränkungen physischen Kontakts zum kreativen Mittel. 

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